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2005 · 2005

Problemverlagerung statt Problemlsung

 

Problemverlagerung statt Problemlösung

Der Bau einer OU für Istrup soll dazu dienen, die Trennwirkung der
bisherigen Orts-durchfahrt zu mindern, deren Anwohner von den verkehrsbedingten
Immissionen zu entlasten und dort Unfallrisiken zu minimieren. Dieses
Ziel wird durch die ortsnahe Nordumgehung zwar erreicht, die Probleme
werden jedoch nicht wirklich gelöst, sondern lediglich verlagert
und an anderer Stelle potenziert .

  • So wird die Entlastung von Anwohnern der derzeitigen Ortsdurchfahrt
    Istrup erkauft durch eine deutliche Mehrbelastung der Bewohner im Nordwesten,
    Norden und Nordosten von Istrup (letztlich lediglich ein Betroffenenaustausch!).
    Selbst wenn die Lärmschutzgrenzwerte noch eingehalten werden sollten,
    bedeutet das eine massive Verlärmung bislang ruhiger Wohngebiete.
    Darauf weisen auch die Gutachter der Straßenplanungsbehörde
    in der UVS mehrfach hin und betrachten dies als das wesentliche städtebauliche
    Problem der ortsnahen Nordvariante.

  • Die ortsnahe Nordtrasse wird zur Hälfte auf Brücken und
    Dämmen (bis 12 Meter hoch) geführt und verschandelt das Ortsbild.
    Regenrückhaltebecken gewaltiger Dimensionierung, die das trassennah
    abgeleitete Oberflächenwasser aus dem Gebiet "Hurn" speichern,
    werden westlich und östlich der Ortslage in die Landschaft eingefügt
    werden müssen.

  • Die geplante Trasse zerstört das ortsnahe und gleichzeitig naturnahe
    Erholungsgebiet am Waldrand. Hier befindet sich der am häufigsten
    frequentierte Spazierweg nebst Ruhebänken, hier spielen und rodeln
    die Kinder, hier gehen alte und behinderte Menschen, Familien mit ihren
    Kleinkindern spazieren. Das weit unwegsamere, von starkem Gefälle
    geprägte Waldinnere ist dafür gar kein Ersatz. Die zünftige
    mehrstündige Waldwanderung ist nicht der Regelfall der alltäglichen
    Naherholung in Istrup! Bis auf einen Zugang oberhalb der Straße
    "Am Hankenberg" werden alle bisher genutzten Wege in den Wald
    nördlich des Siedlungsbereiches durch die Trasse unterbrochen.
    Der Belastungsgrad des Wanderweges und der südlich angrenzenden
    Flächen wird vom Planungsträger als "sehr hoch"
    eingestuft.

  • Auch der Festplatz des Heimatvereins, das Ehrenmahnmal und der Friedhof
    spielen im dörflichen Gemeinschaftsleben eine wichtige Rolle und
    werden durch die künftig direkte Lage an der B 1 entwertet. Gerade
    entlang dieses Streckenabschnittes erreicht die geplante Gradiente nahezu
    Geländeniveau. Nach neuesten, noch völlig unausgereiften Vorstellungen
    der Planungsbehörde soll hier ein 60 Meter langer Betonkubus, der
    ca. 5 Meter über Erdoberkante hinausragt, den Zugang zum Steinbruch
    queren.

  • Die geplante Anbindung des Ortes Istrup an die Umgehungsstraße
    über nur ein Auffahrtohr im Osten des Dorfes ist zu umständlich
    und verlängert die innerorts zurückzulegende Strecke für
    viele Istruper/innen mit Fahrziel Lemgo erheblich.

  • Die in Istrup glücklicherweise noch vorhandenen Geschäfte
    (Bäcker, Imbissstuben, Blumengeschäft, Tankstelle) leben auch
    vom Durchgangsverkehr. Entfällt dieser wie vorhergesagt völlig,
    ist mit dem Verlust des Nahversorgungsangebots zu rechnen. Dies wäre
    ein deutlicher Standortnachteil für Istrup und eine weitere Minderung
    der Lebensqualität für alle Einwohner.

© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup

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