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Problemverlagerung statt Problemlösung

Der Bau einer OU für Istrup soll dazu dienen, die Trennwirkung der bisherigen Orts-durchfahrt zu mindern, deren Anwohner von den verkehrsbedingten Immissionen zu entlasten und dort Unfallrisiken zu minimieren. Dieses Ziel wird durch die ortsnahe Nordumgehung zwar erreicht, die Probleme werden jedoch nicht wirklich gelöst, sondern lediglich verlagert und an anderer Stelle potenziert .

  • So wird die Entlastung von Anwohnern der derzeitigen Ortsdurchfahrt Istrup erkauft durch eine deutliche Mehrbelastung der Bewohner im Nordwesten, Norden und Nordosten von Istrup (letztlich lediglich ein Betroffenenaustausch!). Selbst wenn die Lärmschutzgrenzwerte noch eingehalten werden sollten, bedeutet das eine massive Verlärmung bislang ruhiger Wohngebiete. Darauf weisen auch die Gutachter der Straßenplanungsbehörde in der UVS mehrfach hin und betrachten dies als das wesentliche städtebauliche Problem der ortsnahen Nordvariante.

  • Die ortsnahe Nordtrasse wird zur Hälfte auf Brücken und Dämmen (bis 12 Meter hoch) geführt und verschandelt das Ortsbild. Regenrückhaltebecken gewaltiger Dimensionierung, die das trassennah abgeleitete Oberflächenwasser aus dem Gebiet "Hurn" speichern, werden westlich und östlich der Ortslage in die Landschaft eingefügt werden müssen.

  • Die geplante Trasse zerstört das ortsnahe und gleichzeitig naturnahe Erholungsgebiet am Waldrand. Hier befindet sich der am häufigsten frequentierte Spazierweg nebst Ruhebänken, hier spielen und rodeln die Kinder, hier gehen alte und behinderte Menschen, Familien mit ihren Kleinkindern spazieren. Das weit unwegsamere, von starkem Gefälle geprägte Waldinnere ist dafür gar kein Ersatz. Die zünftige mehrstündige Waldwanderung ist nicht der Regelfall der alltäglichen Naherholung in Istrup! Bis auf einen Zugang oberhalb der Straße "Am Hankenberg" werden alle bisher genutzten Wege in den Wald nördlich des Siedlungsbereiches durch die Trasse unterbrochen. Der Belastungsgrad des Wanderweges und der südlich angrenzenden Flächen wird vom Planungsträger als "sehr hoch" eingestuft.

  • Auch der Festplatz des Heimatvereins, das Ehrenmahnmal und der Friedhof spielen im dörflichen Gemeinschaftsleben eine wichtige Rolle und werden durch die künftig direkte Lage an der B 1 entwertet. Gerade entlang dieses Streckenabschnittes erreicht die geplante Gradiente nahezu Geländeniveau. Nach neuesten, noch völlig unausgereiften Vorstellungen der Planungsbehörde soll hier ein 60 Meter langer Betonkubus, der ca. 5 Meter über Erdoberkante hinausragt, den Zugang zum Steinbruch queren.

  • Die geplante Anbindung des Ortes Istrup an die Umgehungsstraße über nur ein Auffahrtohr im Osten des Dorfes ist zu umständlich und verlängert die innerorts zurückzulegende Strecke für viele Istruper/innen mit Fahrziel Lemgo erheblich.

  • Die in Istrup glücklicherweise noch vorhandenen Geschäfte (Bäcker, Imbissstuben, Blumengeschäft, Tankstelle) leben auch vom Durchgangsverkehr. Entfällt dieser wie vorhergesagt völlig, ist mit dem Verlust des Nahversorgungsangebots zu rechnen. Dies wäre ein deutlicher Standortnachteil für Istrup und eine weitere Minderung der Lebensqualität für alle Einwohner.


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© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup