Der Steinbruch lebt
Großes Waldfest am Wochenende: Heimatverein
Istrup wird 50 Jahre alt.
Blomberg-Istrup (an). "Istrup soll Erholungsort
werden" – das hatten sich im Jahre 1929 30 Heimatfreunde in dem
kleinen Ort auf die Fahnen geschrieben. Sie gründe-ten den Heimat-
und Verkehrsverein. Dann kam der Krieg, aber neun Jahre nach Kriegsende
nahmen die Istruper einen neuen Anlauf. Das ist jetzt genau ein halbes
Jahrhundert her – und soll an diesem Wochenende gefeiert werden
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Ein Bild aus den Anfängen:
1955 fand zum ersten Heimatfest ein Umzug durchs Dorf statt – damals
zogen noch Pferde die Wagen.Repro: LZ |
Mit der touristischen Infrastruktur im 800-Seelen-Ort
war es bei der ersten Gründung nicht weit her: Es gab damals zwar
fünf Privatpensionen sowie den "Lindenkrug" mit Mittagstisch,
aber weder Wasserleitungen noch Kanalisation. Nicht zuletzt wegen der
Weltwirtschaftskrise Anfang der 30- Jahre blieben die Bemühungen,
Touristen nach Istrup zu locken, in den Kin-derschuhen stecken.
1940 erzwangen die Nationalsozialisten die Auflösung des Vereins.
Aber die Istruper gaben nicht auf: Am 23. Oktober 1954 gründeten
32 Bürger den "Heimatverein Istrup" neu, sein erster
Vorsitzender war Heinrich Körber. Der erste große Festumzug
und ein Fest im Festzelt "auf der Heide" fand am 17. und 18.
Juli 1955 statt. Heinz Hausmann, der die Geschichte des Vereins für
die Presse zusammengestellt hat, kann sich noch erinnern: "Ich
war Maurer, und wir hatten einen Wagen, auf dem wir ein Fachwerkhaus
mit Richtkranz aufgebaut hatten. Es regnete ununterbrochen, aber der
Umzug fand dennoch statt. Am Richtkranz auf unserem Wagen hingen bunte
Bänder. Der Regen spülte die Farbe ab, und sie lief uns auf
unsere Zy-linder und dadurch ins Gesicht."
Das nächste große Heimatfest ließ der Verein aus Anlass
der 600-Jahr-Feier am 26. und 27. Juni 1961 steigen. Die Dorfgeschichte
berichtete von 28 Festwagen.
1970 wurde Werner Arens neuer Vorsitzender, und der Verein trat in den
lippischen Heimat-bund ein. Die Mitgliederzahl wuchs auf 125. 1979 wurde
50 Jahre nach der Erstgründung ein großes Zeltfest im "Fallholz"
gefeiert, wo auch jährlich das Waldfest stieg. Zum festen Pro-gramm
des Heimatvereins gehören die Altenfeiern der Senioren zum Advent
sowie der Kin-derumzug zu "Sünte Merten". Der Heimatverein
hat rund 40 Bänke aufgestellt. Rund 30 Kilo-meter Wanderwege laden
zu Ausflügen ein.
Unter Vorsitz von Werner Hagedorn nahm der Vorstand im Jahr 1982, da
im Fallholz keine Waldfeste mehr stattfinden durften, Verhandlungen
mit dem Landesverband auf, im stillgeleg-ten Steinbruch einen Grillplatz
mit Hütte zu errichten. 1986 kam die Baugenehmigung mit der Auflage,
bei einem eventuellen Straßenbau die Hütte wieder abzubauen.
Im Juli 1988 war unter Architekt Rolf Kruse und Bauleiter Wilfried Kuhlmann
die Hütte erstellt.
1995 wurde Heiner Ahrens Vorsitzender, der dem Verein auch heute noch
vorsteht. 1999 wurden etwa 30 Nistkästen an den Waldrändern
aufgehängt, die nun jährlich gewartet wer-den. Zu festen Einrichtungen
gehören die Wanderungen jeden zweiten Donnerstag im Monat sowie
Radtouren, ein jährlicher Ausflug und zwei plattdeutsche Nachmittage
mit Kuchen und Pickert.
Und am kommenden Wochenende wird richtig gefeiert: Los gehts mit dem
großen Kinderfest am Samstag, 17. Juli, ab 15 Uhr. Luftballonwettbewerb,
Kaffee und Kuchen und andere Att-raktionen läuten das Fest ein,
bis um 17 Uhr der Spielmannszug Istrup aufspielt. Ab 19 Uhr gibts Partymusik
mit "YOYO", und von 21 bis 22 Uhr eine Happy hour: Dann kosten
alle Getränke nur die Hälfte.
Mit dem Gottesdienst um 11 Uhr startet am Sonntag, 18. Juli, der zweite
Festtag, danach gibts einen Frühschoppen. Bei Kaffee und Kuchen
klingt der Tag aus. Die große Fotoausstel-lung "Istrup im
Wandel der Zeit" ist an beiden Tagen zugänglich. Und an beiden
Tagen wartet von 12 bis 15 Uhr eine Mal- und Bastelecke auf die Kinder.