Lippische Landeszeitung vom 15.07.2004
zurück

Der Steinbruch lebt

Großes Waldfest am Wochenende: Heimatverein Istrup wird 50 Jahre alt.

Blomberg-Istrup (an). "Istrup soll Erholungsort werden" - das hatten sich im Jahre 1929 30 Heimatfreunde in dem kleinen Ort auf die Fahnen geschrieben. Sie gründe-ten den Heimat- und Verkehrsverein. Dann kam der Krieg, aber neun Jahre nach Kriegsende nahmen die Istruper einen neuen Anlauf. Das ist jetzt genau ein halbes Jahrhundert her - und soll an diesem Wochenende gefeiert werden

Ein Bild aus den Anfängen: 1955 fand zum ersten Heimatfest ein Umzug durchs Dorf statt - damals zogen noch Pferde die Wagen.Repro: LZ

Mit der touristischen Infrastruktur im 800-Seelen-Ort war es bei der ersten Gründung nicht weit her: Es gab damals zwar fünf Privatpensionen sowie den "Lindenkrug" mit Mittagstisch, aber weder Wasserleitungen noch Kanalisation. Nicht zuletzt wegen der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30- Jahre blieben die Bemühungen, Touristen nach Istrup zu locken, in den Kin-derschuhen stecken.
1940 erzwangen die Nationalsozialisten die Auflösung des Vereins. Aber die Istruper gaben nicht auf: Am 23. Oktober 1954 gründeten 32 Bürger den "Heimatverein Istrup" neu, sein erster Vorsitzender war Heinrich Körber. Der erste große Festumzug und ein Fest im Festzelt "auf der Heide" fand am 17. und 18. Juli 1955 statt. Heinz Hausmann, der die Geschichte des Vereins für die Presse zusammengestellt hat, kann sich noch erinnern: "Ich war Maurer, und wir hatten einen Wagen, auf dem wir ein Fachwerkhaus mit Richtkranz aufgebaut hatten. Es regnete ununterbrochen, aber der Umzug fand dennoch statt. Am Richtkranz auf unserem Wagen hingen bunte Bänder. Der Regen spülte die Farbe ab, und sie lief uns auf unsere Zy-linder und dadurch ins Gesicht."
Das nächste große Heimatfest ließ der Verein aus Anlass der 600-Jahr-Feier am 26. und 27. Juni 1961 steigen. Die Dorfgeschichte berichtete von 28 Festwagen.
1970 wurde Werner Arens neuer Vorsitzender, und der Verein trat in den lippischen Heimat-bund ein. Die Mitgliederzahl wuchs auf 125. 1979 wurde 50 Jahre nach der Erstgründung ein großes Zeltfest im "Fallholz" gefeiert, wo auch jährlich das Waldfest stieg. Zum festen Pro-gramm des Heimatvereins gehören die Altenfeiern der Senioren zum Advent sowie der Kin-derumzug zu "Sünte Merten". Der Heimatverein hat rund 40 Bänke aufgestellt. Rund 30 Kilo-meter Wanderwege laden zu Ausflügen ein.
Unter Vorsitz von Werner Hagedorn nahm der Vorstand im Jahr 1982, da im Fallholz keine Waldfeste mehr stattfinden durften, Verhandlungen mit dem Landesverband auf, im stillgeleg-ten Steinbruch einen Grillplatz mit Hütte zu errichten. 1986 kam die Baugenehmigung mit der Auflage, bei einem eventuellen Straßenbau die Hütte wieder abzubauen. Im Juli 1988 war unter Architekt Rolf Kruse und Bauleiter Wilfried Kuhlmann die Hütte erstellt.
1995 wurde Heiner Ahrens Vorsitzender, der dem Verein auch heute noch vorsteht. 1999 wurden etwa 30 Nistkästen an den Waldrändern aufgehängt, die nun jährlich gewartet wer-den. Zu festen Einrichtungen gehören die Wanderungen jeden zweiten Donnerstag im Monat sowie Radtouren, ein jährlicher Ausflug und zwei plattdeutsche Nachmittage mit Kuchen und Pickert.
Und am kommenden Wochenende wird richtig gefeiert: Los gehts mit dem großen Kinderfest am Samstag, 17. Juli, ab 15 Uhr. Luftballonwettbewerb, Kaffee und Kuchen und andere Att-raktionen läuten das Fest ein, bis um 17 Uhr der Spielmannszug Istrup aufspielt. Ab 19 Uhr gibts Partymusik mit "YOYO", und von 21 bis 22 Uhr eine Happy hour: Dann kosten alle Getränke nur die Hälfte.
Mit dem Gottesdienst um 11 Uhr startet am Sonntag, 18. Juli, der zweite Festtag, danach gibts einen Frühschoppen. Bei Kaffee und Kuchen klingt der Tag aus. Die große Fotoausstel-lung "Istrup im Wandel der Zeit" ist an beiden Tagen zugänglich. Und an beiden Tagen wartet von 12 bis 15 Uhr eine Mal- und Bastelecke auf die Kinder.

zurück
© 2004 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup