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2005 · 2005

Kritik an der Verkehrsuntersuchung

 

 
Info für Istrup
UNABHÄNGIG
Nr.2
Überparteilich

Samstag. 14.Mai
2005
 
www.ortsumgehung-istrup.de

Der letzte macht das Licht
aus

Albtraum eines Istrupers


November 2009: Begleitet von heftigen
Protesten der Istruper wird die neue Umge-hungsstraße eröffnet.
Prominenz aus Düsseldorf oder Berlin kam nicht, Jubelstimmung
war nicht zu erwarten.

Mai
2010:
Die Istruper Imbissstuben schließen fast gleichzeitig.
Sie merken es als Erste: ohne Durchgangsverkehr keine ausrei-
chende Kundenzahl. Der Istruper isst zu oft daheim.

November
2010:
Ausverkauf bei Blumenhaus Jansen. Die vielen Durchreisenden
auf der Ostwestfalenstraße hatten sich all die Jahre von den
tollen Auslagen verlocken lassen und für regen Umsatz gesorgt.
Dieser fehlt nun. Immer mehr Istruper mieden den Istruper Friedhof
als Ruhe-stätte für ihre Verwandten, der Kalletaler Fried-
wald wurde bevor-zugt. Wer trauert schon gerne direkt an der B 1.
Der Verkauf von Friedhofsbepflanzung und Grabschmuck brach ein. Am
Ende war kein Gewinn mehr zu erzielen.

Juni
2011:
Letzter Tag bei Bäckerei
Körber. Mit Ausbleiben der durchfahrenden Kundschaft war der
Umsatz schlagartig gesunken. Dann blieben auch viele Istruper aus.
Im Westen und Norden von Istrup und in Jerusalem standen bereits viele
Häuser leer, wer es sich leisten konnte, war vor dem Lärm,
der von den riesigen B1- Brücken und Dämmen ausging, geflüchtet
und weggezogen. Auch die Anlieger der Ortsmitte mussten zuletzt sparen.
Sie waren von der Stadt Blomberg für den Rückbau der alten
Ortsdurchfahrt ordentlich zur Kasse gebeten worden. Auf Kuchen und
Leckereien konnte man am ehesten verzichten.
Zuletzt lohnte es sich für Körbers nicht mehr, den ganzen
Tag im Laden zu stehen.

September
2011:
Die Q 1 Tankstelle machte als letztes die Lichter aus.
Seit 2 Jahren hatten kaum noch Auswärtige den Weg zum Tanken
nach Istrup gefunden oder den Umweg in Kauf genommen. Auch die Istruper
tankten nun öfter auswärts. Sie mussten jetzt ohnehin für
jede Kleinigkeit nach Blomberg, Lemgo oder Detmold fahren und tankten
dann auch gleich dort.

Junge Familien und ältere Menschen zogen schon längst
nicht mehr nach Istrup, neue Kundschaft war nirgends in Sicht.
Wer wohnt schon gerne in einem Dorf, wo es nichts mehr gibt. Und
alles, was reizvoll war, wie das Naherholungsgebiet am Waldrand,
zerstört worden ist.


21. Mai 2005: Der Istruper Klaus
M. erwacht schweißgebadet aus seinem Albtraum. Nein, so hatte
er sich das nicht vorgestellt. Was eine schlecht geplante Umgehungsstraße
doch alles anrichten kann. Morgen würde er zur Bürgerfragung
gehen und „nein“ sagen zur ortsnahen Nordumgehung von
Istrup.

Nein zur ortsnahen Nordumgehung von
Istrup.


Entscheiden Sie mit!
am 22. Mai
NEIN zur Ortsumgehung am Waldweg

Istrup zuliebe!


 

Nur wer wählt, bestimmt
mit!


Die Stadt Blomberg hat Ihnen mit Schreiben vom 2.Mai eine Benachrichtigung
für die „Befragung zur Linienbestimmung“ zukommen
lassen. Seien Sie dabei!

Wenn
Sie am 22. Mai verhindert sind, besteht bereits jetzt die Möglichkeit,
mit dieser Wahlbenachrichtigung direkt im Rathaus zu wählen.
Sind Sie alt, krank, behindert oder können das Haus nicht verlassen
und möchten dennoch mit abstimmen? Rufen Sie im Bauamt Blomberg
an und lassen Sie sich weiterhelfen!

 


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Die häufigsten Irrtümer
über die geplante Straße

Fakten, Fakten, Fakten zum Staunen und Diskutieren

Die katastrophale Anbindung….

Irrtum:
Man kann als Einwohner Istrups auch weiterhin auf der alten Strecke
(Blomberger/Lemgoer Str.) jeweils am Ortsausgang auf die neue B 1 gelangen
und nach Blomberg oder Lemgo fahren.

Stimmt`s:
Nein, die Blomberger/Lemgoer Straße wird
weder bei Jerusalem/Schollenberg, noch am anderen Ende von Istrup (Blumenhaus
Jansen) auf die neue B 1 führen. Es wird in Fahrtrichtung Lemgo
auf den Äckern eine Parallelstraße zur neuen B 1 gebaut,
über die man die Kreisstraße 79 nach Mossenberg und die Kreisstraße
80 nach Wöhren erreichen kann. Die heute noch bestehenden Anbindungen
beider Kreisstraßen an die Ostwestfalenstraße werden jedoch
gekappt, wenn diese zur B1 wird. Bei Jerusalem endet die Blomberger
Straße quasi als Sackgasse.
Alle Istruper, die egal in welche Richtung auf die neue B1 fahren wollen,
sollen künftig eine einzige Auffahrt benutzen, die sich in der
Ortsmitte befindet. Bei der Q 1-Tankstelle wird eine Ampelkreuzung errichtet,
dann eine Zufahrtstraße oben zum Wald gebaut, wo ein großer
Verkehrsknotenpunkt den Ortsverkehr auf die neue B1 Richtung Blomberg
oder Lemgo führt. Ein großer Umweg für viele Istruper,
besonders, wenn sie nach Lemgo wollen

Wo genau?

Irrtum: Die Nordumgehung
verläuft hinten im Wald, vom Ort aus betrachtet hinter dem Steinbruch/Festplatz.
So stimmt`s: Die Straße verläuft
gleich vorne am Waldrand neben dem Wanderweg auf einer Linie zwischen
dem Festplatz/Steinbruch und dem Mahnmal /Friedhof.

Die Legende von der Deckelung

Irrtum: Die Straße
wird am Waldrand hinter der Siedlung mit einer Abdeckung (=Deckelung)
versehen, wie es die Gutachter gefordert haben.
So stimmt`s: Nein, Straßen.NRW
hat diese Überlegungen aus Kostengründen gleich wieder aufgegeben,
die Menschen im Norden waren dem Landesbetrieb die Mehrkosten nicht wert.
Jetzt ist lediglich noch ein Bau im Einschnitt geplant.

Zwei Drittel auf Brücken
und Dämmen

Irrtum: Die ortsnahe
Nordumgehung wird man vom Dorf aus kaum mitbekommen.
So stimmt`s: Die Straße wird
auf zwei Dritteln ihrer Länge auf Brücken und Dämmen gebaut.
Sie muss darauf zum Wald hinauf- und hinabgeführt werden. Außerdem
sind im „Fallholz“ und bei „Jerusalem“ auch zwischendurch
gewaltige Geländeeinschnitte zu überbrücken. Der Damm,
der die Senke „Fallholz“ überquert, ist über 14 Meter
hoch. Die neue Straße wird das Landschaftsbild so mehr verschandeln,
als die bestehende.

Nur eine Problemverlagerung

Irrtum: Die neue
Ortsumgehung wird die Istruper vom Verkehrslärm entlasten.
So stimmt`s: Nein, der Lärm wird
nur verlagert. Einige Anwohner der Lemgoer/Blomberger Straße werden
entlastet. Dafür werden künftig die Einwohner im Norden und
durch den Lärm von den gewaltigen Brücken/ Dämmen und auch
die Menschen am westlichen und östlichen Siedlungsrand Istrups belastet.
Unterm Strich bleibt alles beim Alten.

…und tschüß!

Irrtum: Unsere
Geschäfte werden das überleben und uns erhalten bleiben.
Stimmt`s?: Wohl
kaum! Beobachten Sie, wie viel Laufkundschaft und Umsatz der Durchgangsverkehr
unseren Geschäftsleuten bringt, dem Bäcker, dem Blumenhaus,
den Imbissstuben, der Tankstelle! Niemand auf der Durchreise wird den
geschilderten Umweg in Kauf nehmen, nur um sich ein Brötchen oder
Blümchen zu kaufen. Und glauben Sie wirklich, unsere Geschäftsleute
können nur von den Istrupern leben? Aber was bleibt uns noch, wenn
sie schließen?

Vor den Höfen?

Irrtum: Die ortsnahe
Nordumgehung wird bei Jerusalem in jedem Fall auf der Rückseite der
Höfe Brinkmann und Henkensmeier, also hinter den Scheunen verlaufen.
So stimmt`s: Das ist überhaupt
noch nicht sicher, sondern bisher nur ein Wunsch der Stadt Blomberg, den
Straßen NRW unterstützen will. Die ursprüngliche Planungslinie,
die Straßen NRW 1998 vorgestellt hat, verläuft auf der alten
Trasse der Ostwestfalenstraße, an der Frontseite der Höfe entlang.
Nur diese Variante ist mit den anderen Fachbehörden abgestimmt. Dass
auch die überarbeitete Linienführung Zustimmung finden wird,
darf bezweifelt werden. Die erste Fachbehörde (Untere Landschaftsbehörde)
hat jedenfalls schon „Nein“ gesagt.

Hinter den Höfen?

Irrtum?: Wenn die
Nordumgehung aber nun doch im Rücken der Hofgebäude gebaut wird,
entlastet das Jerusalem.
Stimmt`s?: Hinter den Hofgebäuden
Brinkmann und Henkensmeier entstehen dann Dammlagen über 5 Meter
Höhe auf einer Strecke von 50 m und Dammlagen von 2 bis 5 Meter Höhe
auf einer Strecke von130 Metern Länge. Ein zusätzliches Brückenbauwerk
soll den Wirtschaftsweg zwischen den Höfen überqueren. Überlegen
Sie selbst, wie das in etwa aussehen sein wird. Wir finden nicht, dass
das eine Entlastung darstellt.


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Tanz an der Trasse?


Der Festplatz im Steinbruch liegt künftig direkt an der B 1,
die zwischen dem Festplatz und dem Mahnmal verläuft. Die Straße
erreicht hier nahezu derzeitiges Geländeniveau, ist also nicht
viel tiefer gelegt. Damit die Fußgänger, die zur Grillhütte
wollen, überhaupt dort hingelangen, wird die B1 eingangs des
Festplatzes mit einer Betoneinhausung (das ist so etwas wie ein
auf den Kopf gestelltes Beton „U“) versehen, die 5 Meter
aus dem Gelände hochragt. Da soll man dann irgendwie darüber
gehen können. Details hat Straßen.NRW zu diesem Festplatz
in Kraterlage noch nicht genannt.


– Was man so hört –

Die
Straße kommt ohnehin nicht, es ist ja gar kein Geld da.


Bitte verlassen Sie sich nicht darauf! Straßen.NRW bekommt
vom Bund einen Etat zugeteilt, der für Straßenneubaupro-jekte
des Bundes ausgegeben werden kann. Mit welchem Neubauvorhaben dann
tatsächlich begonnen wird, entscheidet sich nicht nur nach
der Wichtigkeit eines Projektes für unser Land, sondern allzu
oft gibt die „Baureife“ einer Straße den Ausschlag.
Eine Straße ist baureif, wenn das Planungsverfahren abgeschlossen
ist und ein rechtskräftiger Planfeststellungs-beschluss vorliegt,
also quasi „der Bagger bestellt werden kann“. Hat nun
die Umgehungsstraße Istrup diese Baureife erreicht, während
z.B. gegen ein weit wichtigeres Autobahnausbauvorhaben noch prozessiert
wird, gibt man das noch vorhandene Geld eben erstmal für Istrup
aus. Deshalb: Mit „Nein“ abstimmen und so auf Nummer sicher
gehen!

 

Die machen ja doch, was Sie
wollen!
Warum soll ich da zur
Abstimmung gehen?

Wir verstehen Ihren Frust. Aber bedenken
Sie: Politiker begründen die Millionenaus-gaben für eine
Ortsumgehung stets damit, dass die Menschen sich diese Straße
herbeisehnen. Wenn ihnen bei der Bürgerbefragung deutlich gezeigt
wird, dass viele Istruper diese Straße nicht wollen, geht
der Blomberger Politik ein wichtiges Argument im Wettstreit mit
anderen Kommunen verloren.
Um die knappen Gelder für den Umgehungs-straßenneubau
konkurrieren viele Städte. Bei deutlicher Ablehnung aus der
eigenen Bevölkerung und weiterhin anhaltenden Protesten gegen
die Ortsumgehung, hat Blomberg hier eindeutig schlechtere Karten.

Deshalb:

Jedes „Nein“ ist wichtig, auch
Ihres!


Nur so kann auch erreicht werden, dass nochmals über ein besseres
Konzept für Istrup nachgedacht wird.

Ein Hingucker am Waldrand


Ein voller Erfolg ist die Markierungsaktion des Initiativkreises
am Waldrand / Wanderweg.
Dieses konnte man an den Rückmeldungen deutlich merken. Anscheinend
war es einigen nicht bewusst, wie nah diese ortsnahe Umgehungsstraße
an den Ort rücken wird.


Bild: Nun wird es deutlich.
Die Trasse liegt direkt am Ort.

In eigener Sache


Sowohl der Initiativkreis als auch die Straßenbefürworter
hatten in den vergangenen Tagen wiederholt mit Vandalismus an
ihren Transparenten zu kämpfen.

Der Initiativkreis lehnt Gewalt und Zerstörung
als Mittel der Auseinandersetzung ab. Es sollte allen Istrupern
daran gelegen sein, diese Debatte ausschließlich mit
Sachargumenten zu führen!


© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup

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