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2005 · 2005

Info fr Istrup

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Info für Istrup
UNABHÄNGIG
Nr.3
Überparteilich

Samstag. 21.Mai
2005
 
www.ortsumgehung-istrup.de

Wut im Bauch…
…und trotzdem zur Bürgerbefragung
gehen!


„Als ich das las, bekam ich so´nen Hals…“ war
die Reaktion eines jungen Istrupers auf das Schreiben der Stadt Blomberg
vom 02.05.2005, das die Einladung zur Bürgerbefragung enthielt
und die Fragestellung ankündigte.

„Das habe ich vor Wut gleich in die Tonne getan!“ ließ
uns ein Besucher unserer Homepage wissen. „Auf den Fragebogen
schreibe ich erstmal einen saftigen Kommentar drauf!“ kündigten
gleich mehrere an.

Wie wir in unserer ersten Ausgabe berichteten, haben viele Istruper
angesichts der Fragestellung zur Ortsumgehung im Nachhinein den
Eindruck, dass sie über Jahre hinweg zum Narren gehalten worden
sind. Zu Recht, wie wir meinen.

Dennoch möchten wir Sie bitten: Holen Sie das städtische
Schreiben wieder aus der Tonne heraus, weisen Sie sich damit als
wahlberechtigt aus und sagen Sie „Nein“ zu dieser missglückten
Straßenplanung.


Vertrauen Sie Straßen.NRW?

Fühlen Sie sich von dort gut und umfassend informiert, mit
Ihren Fragen, Bedenken und Zweifeln gut aufgehoben?
Nein? Dann lassen Sie sich von Straßen.NRW auch nicht ins
Bockshorn jagen. Deren Taktik, mit Drohgebärden (=„Nehmt,
was wir anbieten, sonst passiert gar nichts“) Druck auszuüben,
ist vielfach erprobt und führt leider nur all zu oft zum Erfolg.


Entscheiden Sie mit!
am 22. Mai
NEIN zur Ortsumgehung am Waldweg

Istrup zuliebe!


 

Signalisieren Sie der Politik und Straßen.NRW deutlich, dass
diese Billiglösung, für die wir alle einen hohen Preis
zahlen werden, für Sie inakzeptabel ist.

Und was passiert dann?


Nur ein „Nein“ zur ortsnahen Nordumgehung Istrup kann
eine erneute Diskussion auf politischer Ebene anstoßen und
Straßen.NRW dazu bringen, ein besseres Konzept für Istrup
zu entwickeln.
Die Entlastung aller Istruper, der Bestand der Geschäfte, der
Erhalt unseres Naherholungs-gebietes mit Festplatz und Friedhof
und eine vernünftige Verkehrsführung im Ort müssen
dabei im Mittelpunkt stehen.

Und bitte: Verzichten Sie besser auch darauf, das Handeln von Politik
und Verwaltung auf dem Fragebogen zu kommentieren. Man könnte
dies sonst zum Anlass nehmen, Ihren Abstimmungs-bogen für ungültig
zu erklären.
Also: Lieber vorsichtig sein, gegebenenfalls ein separates Briefchen
schreiben oder Ihren Parteivertreter vor Ort direkt ansprechen.

 

Nur wer wählt, bestimmt
mit!


Die Stadt Blomberg hat Ihnen mit Schreiben vom 2.Mai eine Benachrichtigung
für die „Befragung zur Linienbestimmung“ zukommen
lassen. Seien Sie dabei!

Wenn
Sie am 22. Mai verhindert sind, besteht bereits jetzt die Möglichkeit,
mit dieser Wahlbenachrichtigung direkt im Rathaus zu wählen.
Sind Sie alt, krank, behindert oder können das Haus nicht verlassen
und möchten dennoch mit abstimmen? Rufen Sie im Bauamt Blomberg
an und lassen Sie sich weiterhelfen!

 


Seite 2


Mehr verloren als gewonnen
Zieht man Bilanz, bleibt ein Minus


Die ortsnahe Nordumgehung ist eine „Mogelpackung“. Sie löst
Istrups Probleme nicht wirklich, sondern verlagert sie nur und schafft
zusätzlich neue:


So wird die Entlastung von Anwohnern der derzeitigen Ortsdurchfahrt
Istrup erkauft durch eine deutliche Mehrbelastung der Bewohner im Nordwesten,
Norden und Nordosten von Istrup (letztlich lediglich ein Betroffenenaus-tausch!),
weil sie zu ortsnah geführt wird. Durch die neue dreispurige Bundesstraße
mit ihrer Steigung von 4% und den Lärm, der von den riesigen Brücken
und Dämmen ausgeht, werden die Wohngebiete der künftig betroffenen
Menschen massiv beeinträchtigt.


Die ortsnahe Nordtrasse wird zu zwei Dritteln auf Brücken und Dämmen
(bis 14 Meter hoch) geführt und verschandelt das Ortsbild. Die
geplante Trasse zerstört das ortsnahe und gleichzeitig naturnahe
Erholungsgebiet am Waldrand.


Die geplante Anbindung des Ortes Istrup an die Umgehungsstraße
über nur ein Auffahrtohr im Osten des Dorfes ist zu umständlich
und verlängert die innerorts zurückzulegende Strecke für
viele Istruper/innen mit Fahrziel Lemgo erheblich.


Die in Istrup glücklicherweise noch vorhandenen Geschäfte
(Bäcker, Imbissstuben, Blumengeschäft, Tankstelle) leben auch
vom Durchgangsverkehr. Entfällt dieser wie geplant völlig,
geht das Nahversorgungsangebots im Ort verloren. Dies wäre ein
deutlicher Standortnachteil für Istrup und eine weitere Minderung
der Lebensqualität für alle Einwohner.


Auch der Festplatz des Heimatvereins, das Ehrenmahnmal und der Friedhof
spielen im dörflichen Gemeinschaftsleben eine wichtige Rolle und
werden durch die künftig katastrophale Lage direkt an der B 1 völlig
entwertet.

 

Nur, wenn Straße.NRW mit seiner „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Masche“
scheitert, entsteht wieder Raum für vernünftige Gespräche.

Deshalb: „Nein“ zur ortsnahen Nordumgehung!

 


Seite 3


Ungläubiges
Staunen


Von ungläubigem Staunen über ein zweifeln-des „Das
kann doch wohl nicht wahr sein!“ bis zu einem herzhaften „Die
spinnen wohl bei Straßen.NRW!“ reichten die Reaktionen
auf die letzte Ausgabe unserer „Info für Istrup“.

Gegenstand der Aufregung war allerseits die von Straßen.NRW
geplante katastrophale Anbindung unseres Dorfes an die neue B 1
am nördlichen Siedlungsrand. Wie berichtet müssen sich
künftig alle Istruper – egal wo sie wohnen – zunächst
zur neuen Ampelkreuzung an der B 1 Tankstelle begeben.
Dort sollen sie dann auf einer neuen Zufahrtstraße, die neben
der Q 1-Tankstelle über das Feld zum Wald hinauf gebaut wird,
das B1-Anbindungsohr oben am „Hurn“ anfahren. Hier fädelt
man sich dann jeweils als Rechtsabbieger in den auf der B1n fließenden
Verkehr nach Lemgo oder Blomberg ein.

Eine „planfreie Anschlußstelle“
nennt man das. Nur eine solche kreuzungsfreie Anbindung ist erlaubt
für neue Bundesstraßen mit 2+1 Wechselspur. Eine weitere
Anbindung der heutigen Ortsdurchfahrt (Lemgoer/Blomberger Str.)
an die neue B1 sei es im Westen oder im Osten von Istrup wird es
definitiv nicht geben. Anmerkungen wie „Da fahre ich nach Lemgo
ja erstmal um den ganzen Ort herum“, „Wer zahlt mir denn
den zusätzlich benötigten Sprit?“ oder „Da kann
ich im Winter ja zehn Minuten eher losfahren!“ zeigten deutlich,
dass sich viele Istruper/innen mit diesem Punkt des Planungsvorhabens
bisher gar nicht beschäftigt hatten.

Und natürlich hatte Straßen.NRW
auch keinerlei Interesse, auf diese Schwachstelle (nur eine von
vielen) seiner Planung gezielt aufmerksam zu machen. Deshalb: Sagen
Sie Nein zu dieser unausgegorenen Planung, sagen Sie „Nein“
zur ortsnahen Nordumgehung!

Istrup im Jahre 2011?


Samstagabend. Die Sportschau war zu Ende und Klaus hatte Hunger.
Der Kühlschrank war leer. Der Imbiss an der Lemgoer Straße
hatte schon vor einem Jahr geschlossen, kurz nachdem die ortsnahe
Nordumgehung fertig geworden war. Eigentlich war er zu müde,
um jetzt noch nach Blomberg oder Lemgo zu fahren. Ein Snack von
der Tanke hätte ihm auch gereicht, aber die Q 1 im Dorf hatte
längst dicht gemacht.

Ohne Pendler zu wenig Umsatz. Vielleicht
sich mit einem Bier und ein paar Zigaretten bis morgen retten
und dann mit den Brötchen aus Blomberg richtig frühstücken?
Wehmütig erinnerte er sich an die Zeit, als es Bäckerei
Körber noch gab. Die Schachtel war leer, aber es gab ja
noch Zigarettenautomaten in Istrup, wenigstens die hatten nicht
geschlossen. Aber dafür brauchte man die passenden Münzen
und die hatte er nicht. Wenn nur das laute Magenknurren nicht
wäre. „Okay, fahr ich doch noch los“, beschloss
Klaus. „Wie gut das ich ein Auto habe und mobil bin“,
dachte er bei sich, „andere wären da jetzt viel übler
dran“.

 

Verkehrsdurchsage
Radio Lippe , 12. Januar 2011


„Und hier noch ein Hinweis für den Großraum Blomberg:
Schnee und Eisglätte behindern den Verkehr auf der B 1 Eggeübergang
Richtung Paderborn sowie auf der Ortsumgehung von Istrup in beiden
Richtungen. Zahlreiche LKW sind auf den spiegelglatten Steigungsstrecken
bereits zum Stehen gekommen, der Verkehr staut sich kilometerweit
zurück. Ortskundige werden gebeten, den Bereich großzügig
zu umfahren. Die Bewohner von Istrup werden gebeten, nicht mehr
auf die B 1n aufzufahren, sondern bis zur Entwarnung in ihrem
Ort zu v
erbleiben.“


Seite 4


Was denn, so nah?


Viele Istruper, die über die Pfingsttage einen Spaziergang
am Wald machten, waren entsetzt: Durch die Markierungsaktion des
Initiativkreises war ihnen erstmals so richtig klar geworden, wie
nah sich die angebliche „Ortsumgehung“ am Ort befindet.
„Das hätten wir niemals gedacht!“, „Was hat
denn das mit einer Umgehungsstraße zu tun?“ waren noch
die freundlichsten Kommentare zu diesem planerischen Desaster von
Straßen.NRW. Nutzen auch Sie die Gelegenheit, sich einen eigenen
Eindruck von der Trassenlage der ortsnahen Nordumgehung am Wanderweg
zu machen. Nur wer Bescheid weiß, kann richtig entscheiden.


Bild: Nun wird es deutlich.
Die Trasse liegt direkt am Ort.

Von wegen „ökologisch
vertretbar“

Wir vom Initiativkreis sagen: die ortsnahe
Nordumgehung ist nach Landes-, Bundes-, und Europarecht nicht umweltverträglich
und beeinträchtigt das Europäische Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet)
„Hurn“ erheblich.
Sowohl die Umweltverträglichkeitstudie als auch die FFH-Verträglichkeitsprüfung
weisen nachweisbar schwere methodische und inhaltliche Mängel
auf. Und wir stehen mit dieser Ansicht nicht allein da. Namhafte
Umweltexperten von Verbänden und Behörden sehen dies genauso!

 


Entscheiden Sie mit!
am 22. Mai
NEIN zur Ortsumgehung am Waldweg

Istrup zuliebe!


Gebäudeschäden durch B
1 Neubau zu erwarten

Abgrabungen für neue Umgehungsstraße
verändern Bodenstruktur


Berechtigte Sorgen um die Bausubstanz ihrer Wohnhäuser machen
sich zahlreiche Istruper, die am Südhang des „Hurn“
wohnen. Bekanntlich soll neben dem Wanderweg entlang der Wohnbebauung
ein 2 bis 5 Meter tiefer und mindestens 30 Meter breiter Geländeeinschnitt
für die neue dreispurige Bundesstraße ausgehoben werden.

Schon
mal daran gedacht?

Doch nicht nur die künftigen
Direktanlieger sollten sich Gedanken machen. „Wir gehen davon
aus, dass sich
die Bodenverhältnisse im gesamten nördlichen
Siedlungsbereich verändern werden“, so die Mitglieder
des Initiativkreises nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen
mit Fachleuten. „Wenn im oberen Bereich einer Hanglage das
Gelände auf einer Länge von 800 Metern bis zu 5 Meter
tief und 30 Meter breit abgegraben wird, ändern sich der Porenwassergehalt
und die Dichte des Bodens unterhalb solch einer Schneise deutlich.

Häufig kommt es in solchen Situationen zu
Bodensetzungen und Verwerfungen, es folgen Gebäuderisse.“
Besonders wichtig ist es in einem solchen Fall, den Zusammenhang
zwischen dem Straßenbau und den Gebäudeschäden einwandfrei
nachweisen zu können. Nur dann haben Schadensersatzforderungen
gegen den Landesbetrieb Straßen.NRW Aussicht auf Erfolg. Hier
bietet sich bereits im Vorfeld ein so genanntes „Beweissicherungsverfahren“
an.

Sollte der Einsatz von schwerem Gerät
oder sollten gar Sprengungen erforderlich sein, um die benötigte
Schneise in das Gestein zu schlagen, sind selbstverständlich
weitere Vorsichtsmaßnahmen zur Eigentumssicherung erforderlich.
Falls es je dazu kommen sollte, dass diese Bundesstraße am
nördlichen Siedlungsrand tatsächlich gebaut wird, wird
der Initiativkreis Ortsumgehung Istrup rechtzeitig Veranstaltungen
durchführen, in denen sich die Bürger von Experten informieren
lassen können.


© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup

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