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Den Ball haben jetzt die Behörden
Nach der Entscheidung gegen die Nordumgehung
von Istrup: Fraktionen wollen sich Bürgerwillen beugen
Blomberg-Istrup (sb). Istrup hat gewählt. Nach dem mehrheitlichen
Votum gegen den Bau einer Nordumgehung vom Sonntag haben gestern alle
Ratsfraktionen signalisiert, dass sie sich dem Bürgerwillen beugen
wollen. Eine Umgehungsstraße für Istrup rückt damit scheinbar
erst einmal in weite Ferne.
Mit einem knappen Ergebnis hatten sowohl Bürgermeister Klaus Geise
als auch alle Blomberger Fraktionschefs gerechnet. "Für beide
Varianten gab es viele gute Argumente", sagte Geise gestern auf Anfrage
der LZ. Wie berichtet, hatten 67 Prozent der 1222 stimmberechtigten Istruper
an der Befragung der Stadt teilgenommen. 419 Bürger (52 Prozent)
votierten gegen die Nordumgehung und damit für die Beibehaltung der
bisherigen Verkehrssituation, 390 (48 Prozent) wollten die Umgehungsstraße.
Doch die wird nach Einschätzung des Bürgermeisters nun erst
einmal ad acta gelegt: "Es ist kaum vorstellbar, dass ein so großes
Projekt gegen den Willen der Kommune durchgesetzt wird." Geise glaubt
auch nicht, dass das Landesstraßenbauamt (LSBA), das trotz der Widerstände
des Initiativkreises Ortsumgehung Istrup an der nördlichen Trasse
als einzig machbare Variante festgehalten hatte, nun eine neue Streckenführung
suchen wird: "Die Bundesmittel werden nun woanders eingesetzt werden.
In den nächsten 15 Jahren werden wir uns nicht wieder über eine
neue Straße für Istrup unterhalten", prognostizierte er.
Brigitte Maletzky vom Initiativkreis freute sich über das Ergebnis:
"Wir hatten darauf gehofft und noch einmal kräftig gegen die
Nordumgehung mobil gemacht." Sobald sich die Stimmung im Dorf beruhigt
habe, sollten sich Initiativkreis und betroffene Anwohner der Ortsdurchfahrt
an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen, um die Verkehrsbelastungen
einzudämmen. Maletzky nannte den Rückbau der Lemgoer Straße,
weitere Querungshilfen oder einen geräuschärmeren Fahrbelag
als mögliche Maßnahmen: "Darüber sollten dann aber
die Istruper entscheiden, nicht das Landesstraßenbauamt", sagte
sie.
SPD, FDP und FBvB wollen sich am Wählerwillen orientieren und der
Nordtrasse, die im Linienbestimmungsverfahren vorgeschlagen wurde, nun
nicht zustimmen. Die CDU hatte bereits im Vorfeld der Befragung erklärt,
dass sie gegen die Nordtrasse sei. Die Grünen hatten sich von Anfang
an grundsätzlich gegen eine neue Umgehungsstraße ausgespro-chen.
Ergo werden die Blomberger Politiker nun wohl mit einer Stimme sprechen
– und im Gegensatz zu allen anderen Trägern öffentlicher Belange
die Nordumgehung ableh-nen.
"Dann ist der Ball erst einmal wieder beim Landesstraßenbauamt",
sagte CDU-Fraktionschef Jörg Kleinsorge. Die Behörde spielt
das runde Leder aber gleich weiter – in Richtung Bund und Land: "Der
Auftrag für die Planung der Trasse kommt vom Bundestag", unterstrich
der Leiter des LSBA Bielefeld, Ulrich Windhager. Für ihn ist es das
erste Mal, dass ein Teil der Bevölkerung von der Kommunalpolitik
zu einem Straßenbauprojekt befragt wird. Das Votum aus Blomberg
müsse mit dem Bund und Land diskutiert werden. An diesen Stellen
würde entschieden, welches Gewicht ihm beizumessen sei. Ziel der
Umgehungsstraße sei schließlich nicht nur die Entlastung der
Bevölkerung, sondern auch die Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur.
Ein bisschen klingt das so, als sei die Vorahnung von FBvB-Chef Günter
Simon gar nicht so abwegig. "Ich glaube, dass die Nordtrasse am Ende
doch von oben durchgesetzt wird", sagte er zur LZ.
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Frage LZ: In seiner
Pressenotiz fordert der Initiativkreis, dass mit Straßen.NRW Gespräche
geführt werden müssten, um die Situation
an der Ortsdurchfahrt kurzfristig zu verbessern. Haben Sie dazu schon
konkrete Vorschläge?
Antwort B. Maletzky:
Wir haben uns dazu Gedanken gemacht, die wir gerne zur Diskussion stellen
würden. Ganz wichtig erscheint uns, hier nicht über die Köpfe
der Betroffenen hinweg zu diskutieren, sondern gemeinsam mit diesen Vorschläge
zu entwickeln. Unseres Erachtens sollten sich alle Interessierten zu diesem
Thema etwa im Dorfausschuss oder an einem Runden Tisch zusammenfinden
und verschiedene Möglichkeiten ( Aufbringen eines geräuschhemmenden
Straßenbelages, Rückbau der Ortsdurchfahrt, zusätzliche
Querungshilfen etc.) gemeinsam erörtern. Es darf nicht so sein, dass
z.B. wie in Herrentrup etwa ein Rückbau vorgeschlagen wird, die Anwohner
der Ortsdurchfahrt diesen jedoch nicht als Hilfe, sondern eher als Belastung
empfinden. Der Initiativkreis würde sich an derartigen Gesprächsrunden
natürlich konstruktiv beteiligen.
Kommentar:
Liebe Homepage-Besucher,
selbstverständlich sind wir nicht so dumm zu glauben, wir Istruper/innen
könnten entscheiden, welche belastungsmindernden und verkehrsberuhigenden
Maßnahmen in Istrup durchgeführt werden. Aber wir können
als Einwohner/innen unsere Wünsche und Vorstellungen äußern
und uns dafür engagieren, dass unsere Vorschläge berücksichtigt
werden. Und oft gilt: je frühzeitiger man sich äußert
und mitwirkt, desto größer sind die Chancen eines Erfolges.
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