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2005 · 2005

Wie hlt man ein Dorf zum Narren?

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Wie hält man ein Dorf
zum Narren?

Eine Arbeitsanleitung in 14 Schritten

  1. Als Straßen NRW 1998 nur eine ortsnahe Nordumgehung
    für Istrup bauen will, haue ich unter dem Eindruck von Bürgerprotesten
    mit der Faust auf den Tisch und verspreche: "Ob eine Straße
    gebaut wird und wenn ja wo, dabei sollen die Istruper ein Wort mitreden
    können."

  2. Ich kündige zum Thema Neubau der B 1/Ortsumgehung
    Istrup eine Bürgerbefragung an.

  3. Ich rufe einen "Runden Tisch" ins Leben,
    damit sich die Bürger über alle Trassenvarianten informieren
    und auf die Abstimmung vorbereiten können.

  4. Ich stelle dafür aus der Stadtkasse 5.000,–DM
    für einen externen Moderator zur Verfügung.

  5. Ich ermuntere die Bürger fast 1 Jahr lang, sich
    rege am Runden Tisch zu beteiligen, sie könnten sich sonst langweilen.

  6. Ich fordere, als die FFH -Richtlinie ins Spiel kommt,
    ausdrücklich eine FFH-Verträglichkeitsprüfung für
    alle Straßenvarianten im Norden und Süden von Istrup an.

  7. Ich bestehe darauf, dass in den neuen Flächennutzungsplan
    für Blomberg/Istrup sowohl eine Nordumgehung als auch alternativ
    eine Südumgehung eingezeichnet wird, um keine Vorfestlegung erkennen
    zu lassen.

  8. Ich lege die Pläne für alle Trassenvarianten
    zweimal (1998 und 2003) im Bauamt aus und ermuntere die Istruper zweimal
    dazu, ihre Kommentare zu schreiben.

  9. Ich führe zwei Bürgerversammlungen durch
    (1998 und 2003), stelle dort gemeinsam mit Straßen NRW alle Trassenvarianten
    vor und höre mir freundlich an, was die Istruper dazu zu sagen
    haben.

  10. Ich betone mehrfach, insbesondere vor jeder Kommunalwahl,
    dass ich selber noch unentschieden sei und mich die Auswahl der Istruper
    zwischen den Trassenalternativen daher besonders interessiere.

  11. Ich habe gerade wieder eine Kommunalwahl gewonnen
    und denke, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, einen Totalausfall meines
    Erinnerungsvermögens zu erleiden. Ich entdecke völlig neu
    und erstmals, dass, wenn es nach Straßen NRW ginge, nur eine ortsnahe
    Nordumgehung für Istrup gebaut werden würde.

  12. Ich vertraue Straßen NRW blind und schließe
    mich deren Ansicht an, dass alle anderen Trassenvarianten bei den übrigen
    am Verfahren beteiligten Behörden wohl ohnehin keine Zustimmung
    finden könnten. Diskussionen mit StraßenNRW sind mühsam
    und überfordern mich nur. "Bloß nicht anecken oder Profil
    zeigen", lautet meine Devise.

  13. Ich streiche gegen den Widerstand der anderen Ratsparteien
    alle Trassenalternativen wieder aus dem Fragebogen zur Bürgerbefragung
    hinaus und halte die Frage simpel: "Ortsnah im Norden oder gar
    keine Umgehung?".

  14. Ich vertraue darauf, dass in Istrup schnell Gras
    über die Sache wächst, und trete ganz sicher zur nächsten
    (Kommunal-)Wahl wieder an. Bis dahin habe ich mir neue Versprechungen
    überlegt, mit denen ich die Leute wieder zum Narren halten kann.

Zu Ihrer Information:

Die SPD/FDP Ratsfraktion setzte mit ihrer Mehrheit gegen die Stimmen
der CDU, von Bündnis 90/Die Grünen und von FBvB am 16.03.05
plötzlich und unerwartet durch, den Istrupern bei der Bürgerbefragung
die Möglichkeit zur Auswahl zwischen verschiedenen Trassenvarianten
der geplanten Ortsumgehung zu streichen.

© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup
 

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