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Der Rotmilan
Vogel des Jahres 2000
Der NABU hat den Rotmilan zum "Vogel des Jahres 2000" gekürt. Mit dieser Wahl macht der NABU auf die Probleme der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft aufmerksam.

Bedrohter Mäusejäger
"In hiesiger Gegend ist er ein so gemeiner Raubvogel, dass ihn jedermann kennt", berichtete im Jahr 1803 Johann Andreas Naumann, der Begründer der wissenschaftlichen Vogelkunde. Auf den fruchtbaren Ackerböden Mitteldeutschlands machte der Rotmilan damals unter Mäusen und Feldhamstern reichlich Beute. Doch dann rückten die Menschen dem schönen Greif immer mehr zu Leibe, zunächst durch die Jagd und dann durch die Industrialisierung der Landwirtschaft.

Name Rotmilan, aus dem Französischen. Wissenschaftlich Milvus milvus, volkstümlich Gabelweihe. Nächster Verwandter ist der Schwarzmilan. Gehört wie Weihen, Bussarde, Altweltgeier, Adler zur Familie der Habichtartigen.

Kennzeichen mit ca. 65 cm etwas größer als ein Mäusebussard, Flügelspannweite bis zu 180 cm, bräunliches Gefieder, Kopf weißlich bis grau. Geschlechter äußerlich nicht unterscheidbar. Besonderes Kennzeichen ist langer, gegabelter, rostroter Schwanz. "Schwereloser" Gleitflug, wie Spielzeugdrachen (Englisch "Red Kite", roter Drachen).

Lautäußerungen Der Rotmilan ruft eher selten, bei Balz und Brutpflege ab Ende März bis Anfang Juni ist er häufiger zu hören. Ruf ist ein gedehntes Trillern "uuu-wiuwiuwiu-wiuuuu".

Nahrung Mäuse, Feldhamster, Vögel, Fische, Aas (z.B. Straßen- oder Mähopfer). Müllkippen spielen als Nahrungsquelle eine große Rolle.

Brutzeit Brutbeginn Anfang bis Mitte April, eine Jahresbrut. Horst: bis zu 1 m hoch, in Bäumen, oft in über 20 m Höhe, z.T. mit "Verzierungen" aus Papier, Lappen, Plastik. Gelege: 2-3 Eier, selten 4. Brutdauer: Durchschnittlich 33 Tage. Entwicklungszeit: Nestlingszeit etwa 6 bis 8 Wochen; nach Flüggewerden weitere 4 Wochen im Familienverband.

Vorkommen Europa südlich 60. Breitengrad (ab Südschweden). Vom Weltbestand (max. 22.500 Paare) lebt mehr als die Hälfte in Deutschland, davon 2/3 in Ostdeutschland. Zu finden in offenen, abwechslungsreichen Landschaften, da der Rotmilan seine Beute aus der Luft erspäht.

Wanderungen Bei uns Zugvogel, Winterquartier in Frankreich, Spanien und Portugal, seltener Nordafrika. Seit den 60er Jahren zunehmend auch Überwinterung in Deutschland.

Gefährdung uneinheitlich, z.T. stark abnehmende Bestände, lokal auch Zunahmen. Besonders gefährdet durch Intensivlandwirtschaft; auch durch Flurbereinigung, da mit gerodeten Hecken, Büschen und Wildpflanzen auch Kleintiere verschwinden und damit Nahrung.

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Diese Daten wurden übernommen vom www.nabu.de 03/2005
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