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Kritk an der Netzkonzeption

Das Bauvorhaben ist Bestandteil des sog. Netzkonzeptes "Ostlippe" mit dreispurigem Neubau (2+1 Wechselspur) und Hochstufung der bisherigen Ostwestfalenstraße
(L 712) zur B 1n. Das Netzkonzept sieht vor, dass die B 1 aus Richtung Paderborn kommend kurz hinter dem Ortseingang der Kernstadt Blomberg rechtwinklig nach Westen abknickt, auf der jetzigen L712 über Istrup nach Großenmarpe führt, dort wieder rechtwinklig nach Nordosten abknickt und über zwei ebenfalls neu zu bauende Abschnitte der B 66n, OU Barntrup-Selbeck und Nordumgehung Barntrup-Stadt, zurück auf die bestehende B 1 östlich von Barntrup führt.

Diese Netzkonzeption ist insgesamt fragwürdig:

  • Die von Verkehrsteilnehmern (VKT) zurückzulegende Strecke verlängert sich erheblich (z.B. in der Relation Bad Meinberg/Barntrup oder Steinheim/ Barntrup um ein Drittel). Da selbst in Verkehrsspitzenzeiten derzeit in den Ortsdurchfahrten Blomberg und Istrup keine Verkehrsstörungen auftreten, dürfte die Akzeptanz für diese Mehrwege beim VKT gering und die Zeitersparnis unerheblich sein.

  • Aufgrund der Nähe der geplanten OU Istrup zur nördlichen Wohnbebauung des Ortsteiles und der Positionierung im Naherholungsgebiet dürften aus Gründen des Lärmschutzes und der Verkehrssicherheit Maßnahmen zur Geschwindigkeitsbegrenzung erforderlich werden, die die erhoffte Fahrzeitverkürzung weiter minimieren, wenn nicht gar aufheben.

  • Für den VKT - erst recht den ortskundigen - bietet sich eine Vielzahl von kürzeren Ausweichmöglichkeiten (Schleichverkehr) an, die angesichts drastisch gestiegener Benzin- und Kfz-Kosten insbesondere von Berufspendlern aus der Region bevorzugt werden würden.

  • Der Planungsträger weist selbst mehrfach darauf hin, dass mit der Vorplanungslinie keine für die Istruper Bevölkerung konfliktfreie Trasse ausgewählt worden ist. Die Entlastung der Kernstadt Blomberg erfolgt vielmehr zu Lasten vieler Istruper/innen. Die bloße Verschiebung von Verkehrsbelastung in einen Nachbarortsteil kann jedoch weder Sinn und Zweck noch akzeptable Folge einer planerischen Maßnahme sein.

  • Die Stadt Blomberg versucht gegenwärtig, sich als regionales Mittelzentrum zu etablieren und Kaufkraft aus dem Umland für sich zu gewinnen und an sich zu binden. Gewerbetreibende werden für Innenstadtlagen mit dem Standortvorteil "direkt an der B 1" umworben und haben sich bereits zahlreich an der derzeitigen B 1-Ortsdurchfahrt niedergelassen. Sie profitieren in der ansonsten unter gravierenden Kaufkraftabflüssen leidenden Stadt vom Durchgangsverkehr. Es ist davon auszugehen, dass mit umfangreichen Werbebeschilderungen in der Peripherie von Blomberg auch nach Realisierung des Netzkonzeptes versucht werden wird, die Attraktivität der Ortsdurchfahrt Blomberg-Kernstadt für den Fernverkehr zu erhalten. Nur eine attraktivere Ausweichstrecke (aufgrund geringerer Streckenlänge oder durch Fahrzeitverkürzung) könnte hier zu der erhofften Bündelung der Verkehrsströme auf den Straßen des Netzkonzeptes führen. Eine derartige Attraktivität kann die derzeitige Konzeption für sich jedoch nicht in Anspruch nehmen.


Die Netzkonzeption sollte, soweit es die geplante B 1 Führung betrifft, daher aufgegeben werden.

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© 2005 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup