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3) Fachbeitrag Landschaft (Teil 1)
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Nach Darstellung des Ablaufschemas einer ökologischen Risikoanalyse erfolgt zunächst eine Betrachtung der Ausgangssituation (Grundlagenerfassung): Die Waldflächen im Norden (Hurn) sowie die Agrarlandschaft um Istrup herum sind wohnsiedlungsnaher Erholungsraum für die Bevölkerung. Das Waldgebiet ist Teil eines regional bedeutsamen Erholungsgebietes. Im Süden besteht das Trinkwassergewinnungsgebiet Istrup. Als Landschaftsschutzgebiete sind das Waldgebiet Hurn, das Istruper Bachtal, der Bereich "Altes Blomberg" nördlich der L 712 sowie der Bereich "Rosensiek" südlich von Istrup ausgewiesen. Im Biotopkataster sind folgende schutzwürdige Biotope erfaßt worden: Talaue des Hainbachs zwischen Wöhren und Istrup
sowie zwischen Istrup und Königsbach, Eine systematische Bestandsaufnahme der örtlichen Fauna ist im Rahmen der UVS nicht erfolgt. Bei den erfaßten besonderen Tierarten handelt es sich um Zufallsfunde. Im Untersuchungsraum dominieren Böden, die als hoch empfindlich einzustufen sind.. Gewässer natürlichen Ursprungs sind der Istruper Bach und seine Nebengewässer. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie ausgebaut, begradigt oder verrohrt. Flächen mit hoher Empfindlichkeit im Hinblick auf die Regulation von Oberflächenwasser befinden sich im Waldgebiet des Hurn und im Talsystem des Istruper Baches. Eine systematische Bestandsaufnahme der örtlichen Flora ist im Rahmen der UVS nicht erfolgt. Bei den nachgewiesenen besonderen Pflanzenarten handelt es sich um Zufallsfunde. Von den Vögeln konnte die gefährdete Dorngrasmücke an mehreren Stellen im Gebiet festgestellt werden. Die potentiell gefährdete Reiherente kommt auf den Fischteichen der Hainbachstraße vor. Die stark gefährdete Wachtel wurde auf Äckern nordöstlich von Schollenberg beobachtet. Bezüglich der Amphibien ist von einer flächendeckenden Verbreitung im Bereich der Wälder und Bachtäler auszugehen. Der Freiraum nördlich der L 712 ist im Gebietsentwicklungsplan als Erholungsgebiet ausgewiesen. Erholungsanlagen sind der Sportplatz und die Sporthalle im Süden von Istrup. Am nördlichen Ortsrand befindet sich der Friedhof und im Wald (Steinbruch) ein Fest- und Grillplatz mit Schutzhütte. In der Hainbachaue südlich Jerusalem existiert ein weiterer Grillplatz. Das Landschaftsbild wird geprägt durch den Talraum des Istruper Baches und seine Nebentäler, den bewaldeten Eggeberg und die nach Südwesten abfallenden Hangzonen sowie die flachwellige Hügellandschaft mit Höltke- und Meierberg im Süden von Istrup (Agrarlandschaft). Eine sehr hohe Empfindlichkeit besteht vor allem im Waldgebiet Hurn sowie im Talsystem des Istruper Baches. Die Grundlagenerfassung führte zu dem Ergebnis, daß durchgängig konfliktfreie bzw. konfliktarme Bereiche im untersuchten Raum überhaupt nicht existieren. Sehr hohe Raumempfindlichkeit ist sowohl im Norden als auch im Süden von Istrup festzustellen. Bei allen Trassenvorschlägen ergeben sich daher erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. Als noch die erträglichste von allen ungünstigen Lösungen wird sodann unter Umweltaspekten im Falle einer Nordumgehung eine Trasse in enger Anlehnung an den Wald- bzw. Siedlungsrand bezeichnet, wobei als besondere Konfliktfelder die Querung von Bachtälern, der Waldrand nördlich von Istrup sowie erhaltenswerte Biotopstrukturen im Westen und Osten betrachtet werden. Im Falle einer Südumgehung erscheint als relativ konfliktärmste Lösung ebenfalls eine enge Anlehnung an den Siedlungsbereich, wobei sich besondere Konfliktsituationen hier bei der Querung des Istruper Baches und im Bereich der Erdpöhle zwischen Sportanlage und Seitental ergeben sollen.
Fazit Die Ergebnisse der Variantenuntersuchung aus landschaftsbezogener Sicht zeigen, daß es "die günstigste Lösung" für eine OU Istrup nicht gibt, sondern vielmehr in Abhängigkeit vom betrachteten Schutzgut und seiner Wertschätzung Verschiebungen in der Rangfolge der Trassen entstehen. Bei allen Neubauvarianten sind erhebliche Beeinträchtigungsrisiken festzustellen. Da sich durch Optimierungsmaßnahmen (Deckelung und Begrünung) die Nachteile der Varianten Ia bzw. I jedoch eher als bei den anderen Varianten mindern lassen, wird Variante Ia von den Gutachtern letztlich als das "kleinste Übel" betrachtet. Varianten II/IIa und III folgen untereinander gleichrangig vor den Varianten IV/IVa. Die beste Lösung im Interesse von Natur und Landschaft ist aus Sicht der Umweltgutachter eindeutig die Beibehaltung der derzeitigen Situation und ein Verzicht auf den Bau einer Ortsumgehung. |
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© 2003 Initiativkreis Ortsumgehung Istrup
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